Harmonium Manborg Nr. 15256 Baujahr 1906
Privatbesitz in Neumarkt/Opf
Generalüberholung 2019/20

Ein reizvolles Instrument, entstanden kurz vor der Produktion von "Kunstharmonien" durch die Firma Manborg, dem führenden deutschen Harmonium Fabrikanten aus Deutschland. In Einzelteilen angeliefert, der Kunde hatte schon selbst sein Glück versucht haben wir mit wachsendem Spaß dieses Harmonium generalüberholt. Wie schön, nach mühevoller Kleinarbeit endlich dem Instrument wieder Klänge zu entlocken. Die Expression war ohne Wirkung. Es kostete uns einige Überwindung, die mechanischen Drehpunke so zu verändern, dass diese wieder funktionierte. Weshalb vorher nicht, bleibt ein Geheimnis.

 

aktuell in meiner Werkstatt:

Pedalharmonium Schwarzkopf 
Kath. Kirche Altheim bei Ulm

Harmonium Liebmann 

ca. 1910 
Privatbesitz Ingolstadt 
Restauriert 2021

Das Harmonium, welches seit 60 Jahren im Familienbesitz ist, erreichte uns in einem erbarmungswürdigen Zustand. Das Instrument war bei Hochwasser ca. 30 cm im Wasser gestanden. Der Kunde hatte begonnen es selbst zu reparieren. er spielte mit nur einem Schöpfbalg, der allerdings im Scharnier nicht geschlossen war. Der Magazinbalg war mit einem dünnen Gummituch vollständig überzogen. Wir haben in Absprache die bisherigen Arbeiten fachgerecht ergänzt und den rechten Schöpfbalg neu betucht. Das Gehäuse wurde vorsichtig überholt, die "Wasserhöhe" blieb dabei noch sichtbar. 

Cembalo Sperrhake Passau 1958
Zum Verkauf
Restauriert 2020/21

Dieses Cembalo aus dem Jahr 1958 gehört zu der Art von Cembali, die heute "aus der Mode" gekommen sind. In dieser zeit baute man Cembali in der Art der modernen Klaviere. Kein Resonanzkörper, nur ein Resonanzboden, ein nur angedeutetes Schallloch, Stahlsaiten und in den 50 ern auch noch mit Lederkielen. Das vorliegende Instrument ist sehr gut erhalten, nach ersetzen zweier gerissener Saiten im 4´, Reinigung und kompletter aufwändiger Nachintonation spielt es wieder. Durch die Lederkiele kommt  der Stahl-Klang nicht als störend. Natürlich kann es sich mit einer stilechten historischen Kopie nicht messen, aber deshalb muss man es ja nicht gleich wegschmeißen. 

Druckwindharmonium Erbauer Ernst Hinkel 1873
Verkauft durch C.Wild, Regensburg (Musikalienhändler)
Restauriert 2020

Als mir das kleine Instrument angeboten wurde, war ich mir nicht im Klaren, ob sich eine Wiederherstellung "lohnen" würde. Es soll in einer Kapelle im Schambachtal gestanden haben. Verschleiß und vor allem Motten hatten ganze Arbeit geleistet. Eine Rückwand war nicht vorhanden, allerdings hatten viele Hände immer wieder an dem Instrument gearbeitet, vor allem um die Bälge, wahrscheinlich schnell dicht zu bekommen. Eine einzige Lederbahn war so gut, dass sie erhalten werden konnte, alle anderen Stücke wurden rekonstruiert. Die Balgplatte, auch Grundplatte des gesamten Instrumentes war in dermaßen schlechten Zustand und auch aus so schlechtem Holz, dass ich mich entschlossen, diese neu zu erstellen. Der Kanal von den Bälgen zur Windlade war etwas wurmstichig und ohnehin schon im Original tapeziert. Ich wählte eine Nussbaumtapete, die ich bei meinem Schwiegergroßvater auf dem Dachboden gefunden habe. Die Tastenventile waren im Original wohl mit einem Pappstreifen und Leder bezogen. Späterer Befund wies 1mm Filz und Leder auf, komplett von Motten zerfressen. Ich entscheid mich für 2mm Filz und Lederauflage. Die Tasten lagen auch direkt auf Holz, liegen nun auf Kerntuch. Ob die an der Oberseite der Ventilkammer angebrachte Betuchung original ist, kann ich nicht sagen, ich habe sie so belassen und so hat das Harmonium mit der interessanten Tonfolge von F-a'' einen überraschend weichen angenehmen Klang.  Die Rückwand könnte mit Stoffbespannnung gewesen sein, ich habe eine einfache Sperrholzplatte gewählt, in die drei Schalllöcher oben eingebracht wurden, damit der Klang bei geöffneter Forteklappen, die sich dahinter befinden,  sofort austreten kann. 

Damit habe ich ein "Reiseharmonium" zur Verfügung, welches durch seine geringen Maße und die stabile Rückwand und den schönen aber auch lauten Ton gut Dienste zu Außengottediensten leisten kann.

Harmonium Bongard & Herfurth, Barmen
Stadttheater Ingolstadt
Generalüberholung 2015 

Harmonium Hinkel, ULM
Privatbesitz in Hienheim bei Neustadt a.d. Donau
Generalüberholung 2009

Dieses Harmonium hatte keine Windleistung. Allerdings wie bei den meisten Harmonien liegt es meist nicht an den Bälgen, die mit Gummituch bezogen wurden. Das Problem hier war die gerissene Balgplatte. Eine Fachgerechte Ausspanung ist die für mich die einzige wirkliche Lösung, alles andere wäre nur von kurzer Dauer und Haltbarkeit. Die Bespannung ist zwar in diesem beigen Farbton nicht schön, aber dürfte original sein. Mit Reinigung der Zungen und Ventile hat der Kunde ein Instrument, mit dem er noch lange Freude haben wird.


Reiseharmonium  Erbauer unbekannt 
Nach Auskunft der Besitzer aus dem Schwarzwald
Privatbesitz in Unterampfrach Lkrs Ansbach 

Generalüberholung 1998

Harmonium Erbauer unbekannt 
Privatbesitz in Dettelbach 
Generalüberholung 1996

Orgelreinigung und Überholung 2003
Erbauer: Stöberl, München 1972 
evang. Zachäuskirche Sauerlach  


Stöberl baute diese Orgel für die Handwerksmesse München als Ausstellungsorgel. Ein viel zu kleines Gebläse und ein nicht durchdachtes Windkonzept machten die Orgel nicht nur Windstößig sondern mehr oder weniger nicht stimmbar. Das neue Gebläse konnte nicht im das Orgelgehäuse untergebracht werden. Eigentlich wollte ich den Organisten in das sehr groß dimensionierten Motorkasten, der gleichzeitig das Geländer für die Treppe darstellt, ein Notenregal "spendieren" was aber vom Pfarrer abgelehnt wurde. Leider machte das überaus schlechte Pfeifenmaterial eine dringend notwendige Umintonation zunichte. 

Orgelversetzung und Generalüberholung evang. Kirchengemeinde Holzkirchen 1999
Ausbau Apostel Thomaskirche, Einbau Segenskirche
Positiv 68 Gerhard Schmid, Kaufbeuren 

Der Sachverständige Matthias Nägele wollte nur das aller notwendigste in dieses "verbaute Instrument" investiert haben. 
Mir erschienen einige Dinge sehr notwendig: Ausbau des Gebläses aus der Orgel in einen eigenen gedämmten Motorkasten. Allerdings musste der Wind um die Orgel herumgeführt werden, denn die aufklappbare Rückwand ist gleichzeitig der Subbaß 16´der bei diesem Prototyp der Serie noch nach unten abstrahlt. Um einigermaßen für den neuen Raum ausreichend zu klingen musste das Gedeckt 8´um etwas höher aufgeschnitten werden, gleichzeitig wurde der hohe Winddruck, der das Gebläse an den Rand seiner Leistungsfähigkeit brachte etwas zurückgenommen werden. Leider konnte der unsägliche Pommer 2, den Gerhard Schmid so sehr liebte, nicht in einen offenen 2´ausgetaucscht werden. "Das Ding muss so schnell wie möglich ersetzt werden" so Nägele. Es steht heute noch in der Kirche..... 

Orgelreinigung und Überholung 1999
evang. Michaelskapelle Dietramszell  Erbauer: Walcker, Ludwigsburg  1958 (vormals Apostel Thomas Kirche Holzkirchen als Brüstungspositiv)  

Ein Orgelpositiv aus dem Hause Walcker, Schleiflade mit einem sehr ausgeklügeltem Schleifendichtungssystem. 3 Manualregister und ein Subbaß 16´im Pedal, welches bei der Versetzung nach Dietramszell hinten über den Organisten gehängt wurde. Problematisch hier natürlich der Wind. Das gebläsemotörchen eigentlich nur ausreichend für die drei Manualregister. Ich baute ein neues Gebläse und einen kleinen Ausgleichsschwimmerbalg unter die benachbarte Sitzbank. Von dort wurde der Subbaß und die Manualwindlade gespeist. Kleine Korrekturen an der Intonation rundeten die Reinigungs - und Generalüberholungsarbeiten ab. Leider wurde die Kapelle 2018 von der Kirchengemeinde aufgegeben.